Die schwedische Landwirtschaft ist durch die geologischen Voraussetzungen und
das Klima geprägt. 10 % der Staatsfläche werden landwirtschaftlich genutzt. 90 %
der Anbaufläche befinden sich in Süd- und Mittelschweden. Ein Großteil der Land-
wirtschaftsbetriebe sind in Familienbesitz. Angebaut werden vor allem Getreide,
Kartoffeln und Ölpflanzen. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Einnahmen
(58 %) wird aber durch die Tierhaltung erwirtschaftet, hier vor allem durch die
Milchproduktion. Die Landwirtschaftssubventionen der EU belaufen sich auf 24 %
der Einnahmen. Drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen auch über
Wald und verbinden Landwirtschaft mit Forstwirtschaft. Die Forstwirtschaft ist von
einiger Bedeutung, da Schweden eines der waldreichsten Länder der Erde ist 56 %
der Staatsfläche ist von Wald bedeckt.
Energie
Hauptenergiequellen
Es gibt zwei Hauptenergiequellen: Wasser- und Atomkraft. Die in Schweden er-
zeugte elektrische Energie stammt zu einem Anteil von 50,8 % (2001) aus Wasser-
kraftwerken an den großen Flüssen (Luleälv, Indalsälv, Umeälv und Ångermanälv)
im Norden des Landes und zu etwa 43 % aus Kernkraftwerken. Nur ungefähr 4 % der
Stromproduktion stammt aus fossilen Energieträgern. Die Sonnenenergie ist zwar
nicht unbekannt, wird aber hauptsächlich in Form von Modulen exportiert.
Ölausstieg
Schwedischer Ölausstieg
Im Jahr 2006 kündigte die schwedische Regierung an bis 2020 vollständig auf er-
neuerbare Energien umsteigen zu wollen, um sich von der Abhängigkeit von
fossilen Rohstoffen zu befreien. Im selben Jahr richtete der sozialdemokratische
Ministerpräsident Göran Persson für diesen extra Zweck ein Komitee für Öl- Unab-
hängigkeit (Komiteeen för att bryta oljeberoendet i Sverige till år 2020) ein, das in
folge konkrete Umsetzungspläne erarbeitete. Der Bericht empfiehlt bis zum Jahr
2020 folgende Ziele umzusetzen:
* Verringerung des Ölkonsums im Straßenverkehr um 40 bis 50 Prozent
* Einschränkung des Ölkonsums in der Industrie um 25 bis 40 Prozent
* vollständiger Verzicht auf Ölheizungen bei Gebäuden
* Erhöhung der Energieeffizienz um insgesamt 20 Prozent
Um die Ziele zu erreichen sollen bis zum Jahr 2020 mindestens 75 Prozent aller
neuen Gebäude in Niedrigenergiebauweise errichtet werden. Bestehende Häuser
sollen modernisiert und auf Fernheizung, Biokraftstoffe oder Wärmepumpen um-
gerüstet werden.
Ob die Empfehlungen tatsächlich umgesetzt werden ist jedoch mittlerweile fraglich,
da die Sozialdemokraten bei den Septemberwahlen 2006 abgewählt wurden. Das
Ziel bleibt jedoch weiterhin von internationalem Interesse.
Außenhandel
Schwedens Wirtschaft ist sehr stark vom internationalen Handel abhängig. Die
wichtigsten Exportländer sind die USA (11,9 % des Exportes im ersten Quartal 2004),
Deutschland (10,2 %), Norwegen (8,3 %) und Großbritannien (7,8 %). Die wichtigsten
Exportprodukte sind Maschinen (15,5 % des Exportes im ersten Quartal 2004),
Elektro- und Elektronikprodukte (14,9 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (14,4 %). Die
wichtigsten Importländer sind Deutschland (19 % des Importes im ersten Quartal
2004), Dänemark (8,8 %) und Großbritannien (8 %). Die wichtigsten Importprodukte
sind Elektro- und Elektronikprodukte (16,8 % des Importes im ersten Quartal 2004),
Maschinen (11,4 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (11,3 %).
Vergleichsweise hoch ist der Anteil ausländischer Direktinvestitionen in Schweden.
Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die schwedische Wirtschaft von einer
kleinen Anzahl international tätiger Konzerne dominiert wird. Etwa 50 Konzerne
kommen für zwei Drittel des schwedischen Exportes auf.
Fremdenverkehr
Tourismus in Schweden
Der Fremdenverkehr trägt mit etwa 3 % (3,3 Mrd. Euro, 2000) zu Schwedens BIP bei.
Vier Fünftel der Touristen sind Inländer und nur ein Fünftel kommt aus dem Ausland.
Von den Auslandstouristen kamen 1998 23 % aus Deutschland, 19 % aus Dänemark,
10 % aus Norwegen und je 9 % aus Großbritannien und den Niederlanden.
Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für:
* das Gesundheitswesen bei 2 % (hauptsächlich durch regionale Landsting- Steuern
finanziert)
* das Bildungswesen bei 7 %
* das Militär bei 6 %
So, nun hoffen wir das diese Infos Dir Schweden etwas näher gebracht hat und Du
Dir ein Bild machen kannst.